... Nun ist Zulfikarpasic kein Kind verzärtelter
Träumereien, sondern ein vollwertiges Familienmitglied der
pianistischen Zupacker, deren Urvater Thelonious Monk ist - freilich
ist keiner seiner späten Eleven von jener hölzern genialen,
gottbefohlenen Naivität wie Monk. Auch Zulfikarpasic besitzt
die klassisch geschulte Geläufig- und Genauigkeit, aber sein
Ansatz standhaft gesetzter akkordformationen rettet Monks Geist
über die Zeiten. Die Fotos zeigen den Mann kahlgeschoren, wie
er über die Hudson schlendert, einer New Yorker Subway nachschaut;
ein Serbe in New York. Hier hat er den Drummer Nasheet Waits gefunden,
den Bassisten Scott Colley; ein Trio, das dichte Lineaturen entwirft,
an denen sich kein Ohr vorbeimogelt. forte heißt hier auch
Kraft! Und manchmal ist da auch ein Fender Rhodes zu hören.
dieses Relikt früherer Aufbrüche ins Zeitalter des Rock,
der antirestaurativen Tendenzen. Da könnte man sich plötzlich
ein Straight-Ahead-Trio ganz mit dem E-Piano vorstellen. Zumal Zulfikarpasic
ihm Leben einhauchen würde.
Interpretation 5* Klang 5*
Fono Forum, Februar 2004
CD des Monats
Bojan Zulfikarpasic hatte einen langen Weg. Dieser führte
ihn von seiner Heimatstadt Belgrad aus zunächst nach Paris.
Dort sammelte der junge Pianist zu Beginn der 90er Jahre erste professionelle
Jazz-Erfahrungen. Er gewann den renommierten „Concours De
La Défense" und wurde daraufhin als eigenwilliger Stilgrenzgänger
zwischen europäischer Moderne und Balkan-getönter Traditionsaufarbeitung
wahrgenommen. Koryphäen wie Michel Portal und Henri Texier
luden ihn zu ihren Projekten ein. Gleichzeitig gelang Bojan Z im
Quartett mit dem Saxofonisten Julien Lourau eine unabhängig
von der Altprominenz erfolgreiche Combo. Schließlich stellte
er vor zwei Jahren sein erstes, sperrig intellektuelles Solo-Album
„Solobsession" vor und hatte damit so ziemlich alles
erreicht, was im musikalischen Paris möglich war. Ein neuer
Anfang musste gemacht werden. Zulfikarpasic wählte die nahe
liegende Variante: Er ging nach New York. Denn die Stadt mit der
höchsten Jazzer-Dichte der Welt hat eben die größte
Auswahl an potenziellen Partnern. Zulfikarpasic entschied sich für
den Allround-Bassisten Scott Colley und den Reduktionisten Nasheet
Waits am Schlagzeug. Gemeinsam setzten die drei Bojans Idee der
stilistischen Vereinigung west-östlicher Motive fort. Entsprechend
ungewöhnlich ist „Transpacifik" geworden. Melodien
wie „Bulgarska" und „Groznian Blue" erinnern
deutlich an die akustische Herkunft des Bandleaders. Doch sie dominieren
nicht das musikalische Geschehen, sondern werden raffiniert abstrahiert
und in einen modern fließenden, klangoffenen Rahmen integriert.
So entsteht mal kantige, mal lyrisch zarte Musik auf immensem kommunikativem
Niveau. Zeitgenössischer Jazz eben, wie er sein soll.
Matthias Inhoffen
Musik: 9-10; Klang: 9; Repertoire: 9
Stereoplay, Dezembar 2003
Bojan Zulfikarpasic ist vor allem ein Denker, ein Kreativer und
kein handwerklicher Blender wie so viele seiner Instrumentalkollegen.
Seine Virtuosität an den Tasten und im Flügel (wo er mit
einer erstaunlichen Treffsicherheit die Saiten zupft), erlaubt ihm
die Umsetzung all seiner Ideen, steht aber immer im Dienst der musikalischen
Aussage. Diese Tiefsinnigkeit, verbunden mit einem ausgeprägten
Sinn für Humor und Poesie, überzeugt. Bojan Z darf als
einer gelten, der all die Qualitäten, die den Jazz so attraktiv
und lebendig machen, in hohem Masse besitzt - als ein kompromissloser
Künstler, dem man stundenlang mit Gewinn zuhören kann.
Neue Zürcher Zeitung, Dezember 2003
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Hier ist ein Pianist mit persönlichem Ausdruck und neuartigem
Individualstil, mithin eine Berecherung für die europäiche
Jazz-Szene.
Jazz Podium, November 2001
Bojan Z schwadroniert nicht, er erzählt Geschichten : nachdenklich
un kapriziös, besinnlich und tumultuös, immer prall voll
Leben.
Der Bund, 9 November 2001
Das allles hat zuweilen emphatische Grösse, in jedem Fall
aber den Hintergrund eines Musikers, der selbstbewust und zurecht
aus dem Schatten grosser Namen heraus tritt.
Klassik Heute, Oktober 2001
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Spitzensolo (…) Bojan Z hat wirklich etwas zu sagen (…)
Er ist ein Magier melodiöser, in einfallsreichen Laüfen
daherkommender Assoziationen, die durch eine perkussive Spielweise
noch stärker hervorgehoben werden (…) Hier war ein Könner
am Werk, der mit berauschender Vielfalt die Anatomie einer Session
betrieb.
Fono Forum, Oktober 2001
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Die physische Beziehung Bojan Zulfikarpasics zu seinem Klavier
hört man Solobsession auf eine Weise an, die einfach fasziniert.
Jazzthing, Sept/Okt 2001
Mit seiner überragenden Technik und Anschlagskultur gehört
Bojan Zulfikarpasic zu den bestimmenden europäischen Pianisten
seiner Generation. Sein Solo-Album jedenfalls überzeugt von
der ersten bis zur letzten Note.
Albrecht Michel
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(…) ein grosses "Potential" (…) Bojan Z
hat ein hohes Mass an pianistischen Können und die Gabe, die
richtigen Dinge zusammenzustellen : seht aussagekräftige eigene
Kompositionen, schön zusammengestellt mit Stücken von
Henri Texier, Ornette Coleman und Sonny Rollins.
Jazzthetik, September 2001
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Mit seinem faszinierenden Handwerk, seinem guten Gespür für
Jazzharmonik und –rhythmik, das er für seine Klangmalereien
verwendet, hat er in der Pariser Jazzscene bereits Spuren hinterlassen.
Die eigene Stücke könnten bald einmal zu neuen Jazzstandards
werden (…) Hier scheint ein ganz grosser Jazzstern aufzugehen.
Neue Zürcher Zeitung, 16 August 2001
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Das mit erstaunlicher Sicherheit im Umgang mit Tradition und Improvisation
eingespielte Debütalbum wirkt heute wie ein Klassierker.
Radio Magazin, September 2000
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(…) erzielt eine ungestüme und seelenvolle Verbindung
von Folklore mit Free- und Rock-Jazz sowie modernen Mainstream (…)
Jazz öffnet hier Köpfe und Grenzen.
Radio Magazin, Mai 1999
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Jazzthetik, Mai 1999
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